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Ostern – für viele Christen, erst recht für viele andere Menschen, ein Mysterium, ein Orakel. Ja, das ist es ja auch! Jedenfalls dann, wenn man mit Ostern mehr verbinden will als das nette Ostereier – Suchen, Schokoladenhasen (gibt´s jetzt auch mit dunkler Schokolade, sehr lecker!) und den Osterreiseverkehr.
Ostern klingt bei der Kirche oft sehr theoretisch: Das meint, dass Jesus „von den Toten auferstanden“ sei.
Das hat erst einmal nichts mit meinem Leben zu tun, kann mir also auch egal sein - könnte man meinen. Zumal noch niemand anderes von den Toten zurückgekommen ist, was die Sache nicht unbedingt glaubwürdiger macht.

Ostern ist aber nicht nur theoretisch, sondern auch ganz konkret zu fassen: Ostern meint: Auferstehen ins Leben hinein.

Wo erlebe ich das? Ich persönlich habe es erlebt, als die Ärzte mir bescheinigten, dass der Tumor, den sie bei mir gefunden hatten, nicht bösartig war. Und dadurch, dass ich die heilende Kraft Gottes erfahren durfte, wie sie auch im Leben Jesu immer wieder wirksam war.
Ich erlebe es in den Fortschritten unseres Sohnes, die er dank der medizinischen Behandlung, einer hervorragenden Schulbegleitung und der steten Hilfe meiner Frau in langsamen Schritten vollzieht.
Auferstehen ins Leben hinein hat für mich in den letzten Monaten bedeutet: Noch viel dankbarer sein für jeden neuen Tag. Nicht an die Lasten des Lebens denken, sondern an das Geschenk des Lebens. Bescheidener in den Ansprüchen, demütiger in der Lebenshaltung sein. Alles das hat mich das Leben noch einmal ganz neu wahrnehmen lassen, das Leben, mein Leben in ein neues Licht gestellt.
Auferstehen ins Leben hinein hat für mich auch bedeutet, an die treue Begleitung Gottes in schweren Zeiten zu glauben und daran festzuhalten. Erst dadurch ist es überhaupt zu Erfahrungen von Auferstehen ins Leben gekommen.

So gesehen erscheint die Osterüberlieferung doch nicht nur mirakulös, sie hat auch etwas mit meinem Leben zu tun: Da, wo ich im Leiden daran festhalte, dass Gott mich nicht im Stich lässt, da bin ich mit dem heilenden und leidenden Jesus ganz eng verbunden.
Da, wo ich ein Auferstehen ins Leben hinein bei mir erlebe, da bin ich ganz eng mit dem Jesus verbunden, den Gott aus dem Tod heraus mit einem neuen Leben beschenkt hat.

Auferstehen ins Leben hinein meint nicht die Wiederherstellung des alten Lebens. Das ist in meiner Erfahrung ja auch nicht der Fall und war auch bei Jesus nicht so. Auferstehen ins Leben hinein meint, dass mir – mit Jesus verbunden – wie Jesus selbst neue Wege, neue Lebensmöglichkeiten aufgezeigt werden – von Gott. Auch mitten im Leiden und über den Tod hinaus.

Darin erfüllt sich, was der Evangelist Johannes in Kurzform auf den Punkt bringt (Joh 11,25):
Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben; Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.

Ihr Pastor Dr. Lau