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Geistliches Wort - Akku leer?

Liebe Gemeinde, wussten Sie, dass unten im Fach des Rednerpultes in unserem Gottesdienstraum immer ein paar Batterien liegen? Schon manches Mal waren die Batterien von einem der beiden Mikros mitten im Gottesdienst leer und mussten (möglichst schnell und möglichst unauffällig) ausgetauscht werden. Ach, wenn das im Leben doch auch so einfach ginge! Vor den Sommerferien wird mancher Akku leer gewesen sein und sollte dann im Urlaub wieder aufgeladen werden. Ist es gelungen? Ist neuer Schwung da und lässt uns mit Lust und viel Geduld neue Ziele in Angriff nehmen? Auf die Kinder und Jugendlichen kommt ein neues Schuljahr zu. Auf unsere Gemeinde eine Gruppe von etwa 30 neuen K3-Konfis mit ihren Familien. Und ein Sommerfest mit allen Generationen, spannende Gottesdienste und erholsame Taizéfeiern. Ein bunter Strauß von Möglichkeiten zur Begegnung steht uns ins Haus. Denn aufladen müssen wir unseren Akku nicht nur im Urlaub, sondern immer auch zwischendurch mal wieder. Selten läuft es so, wie es mir im letzten Gottesdienst ergangen ist: NACH dem letzten Lied leuchtete das Mikro für die Gitarre rot und brauchte neue Batterien. Ergeht es uns nicht oft genau andersrum? BEVOR eine Aufgabe erledigt ist, kommen wir an unsere Grenzen und schaffen eher schlecht als recht, was wir uns vorgenommen haben?„Die auf Gott vertrauen, bekommen neue Kraft“, heißt es im Alten Testament (Jes. 40, 31). „Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft. “Was? Wie? Wer? Wo?" mögen Sie fragen. ICH nicht! Klingt es nicht wie ein frommer Wunsch oder sogar sarkastisch angesichts der Last, die manche Menschen zu tragen haben? Ich jedenfalls fühle mich im Moment gar nicht wie ein Adler. Und ich kenne Menschen, die ringen mit dem Tod und haben wenig Aussicht, den Kampf zu gewinnen. Und was dann? Haben die/ habe ich nicht genug Gottvertrauen? Weil ich müde werde, erschöpft bin – mein Akku einfach leer ist? Ein Wort aus dem NEUEN Testament bringt mich auf die richtige Spur: „In dem gekreuzigten Christus zeigt sich Gottes Kraft und Weisheit.“ schreibt Paulus. Nicht im Auferstandenen, im Osterlicht, sondern im Dunkel des Karfreitags zeigt sich Gottes Kraft und Weisheit! Mein Gott ist einer, der sich für die Tiefen meines Lebens nicht zu schade ist, der mich begleitet in meiner Müdigkeit und Genervtheit, der mit mir meine engen Grenzen erlebt. Und ich darf darauf vertrauen, dass er mich trägt durch diese Durststrecke. Gott schenkt nicht nur Kraft – sondern auch Geduld! Und wenn einer so müde ist, dass er hier nicht wieder erwacht? Dann erwacht er in Gott und stellt vielleicht verwundert fest, dass der Akku nicht mehr nötig ist, weil bei Gott alles vollkommen wird, was hier unvollkommen war. In dem Sinne: Lassen Sie sich Kraft schenken, wo Sie tatendurstig sind. Und lassen Sie sich Geduld schenken, wo Sie an Ihre Grenzen kommen. Gott überwindet unsere Grenzen! Denn wie sagt Jesus noch: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ Und dann wird sie wieder da sein, die Lebensfreude, überschäumend oder ruhig dahinfließend. Dann wird es wieder leuchten, das Licht auf unseren Wegen. Dann wird die Kraft zurückkehren, getrost und gesegnet – wenn es Zeit ist. Wenn Gott uns wieder füllt und wir aus seiner Fülle nehmen „Gnade um Gnade“. (Joh. 1, 16).

Ihre Pastorin Susanne Lau