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Leben retten geht vor!

Die Bilder aus Afghanistan verstören. Fassungslos muss man mit ansehen, wie Menschen sich zum Kabuler Flughafen drängen, in Angst um ihr Leben. Natürlich kann man fragen, wie es in der Politik zu einer so groben Fehleinschätzung der Lage kommen konnte. Natürlich kann man mutmaßen, dass diese Situation von bereits abgeschobenen Asylbewerbern oder straffällig Gewordenen ausgenutzt wird, um hier oder anderswo erneut Asyl zu beantragen. Natürlich kann man Sorge tragen, dass es zu einem neuen Flüchtlingsstrom kommt. Gleichwohl: Leben retten ist nicht nur die erste Bürgerpflicht, sie ist vor allem erste Christenpflicht! Auch die Bilder aus Haiti sind erschreckend und deprimierend. Oder die Bilder aus dem Aartal. Oder die Bilder von den Schäden durch Unwetter in den USA. Oder, oder,… Natürlich ist ein Zusammenhang mit dem Klimawandel sehr wahrscheinlich. Natürlich muss man politisch vor allem dieses Problem endlich mal effektiv und forciert angehen. Aber auch hier gilt: Leben retten geht zunächst einmal vor! Aus christlicher Sicht ist das menschliche Leben ein unantastbares, unverfügbares Gut. Es ist ein Geschenk Gottes. Deshalb muss zunächst einmal sichergestellt werden, dass das bedrohte Leben an sich nicht weiter gefährdet wird. Alles andere muss dann aber auch folgen: Kontrolle (hier bei uns) darüber, wer bei uns Asyl bekommt, Kontrolle darüber, wo die Hilfsgelder für Haiti eigentlich hinfließen etc. Wer hilft, möchte auch wissen, wo die Hilfe bleibt und wie sie gehandhabt wird. Transparenz ist angesagt. Gott hat uns nicht nur mit dem Leben beschenkt, er hat uns auch Verantwortung für das Leben als Auftrag mitgegeben. „Leben retten“ geht dann noch weiter: Das heißt auch, den Menschen, denen man materiell ein Überleben gesichert hat, eine weitere Perspektive zu geben. Indem man ihnen Arbeit gibt, zum Beispiel. Bei uns werden in vielen Bereichen händeringend Arbeitskräfte gesucht. „Leben retten“ heißt weiterhin: Ihnen die Botschaft von einem befreienden Gott nahebringen, wie Jesus Christus dies getan hat. Zu einer materiellen Heilung muss die innere Heilung kommen: Nur da, wo Traumata bearbeitet werden, kann wirklich neues, befreites Leben entstehen. Gott schenkt uns Leben. Das ist Gabe und Aufgabe zugleich. Gott stärke uns darin, geeignete Lösungen zu finden.

Pastor Dr. Wolfgang Lau